Verfasst von: Mara | Dezember 17, 2009

nur ein Zitat

Manchmal genügt es nicht wenn die Betroffenen erzählen wie es alles so ist, manchmal genügt es auch nicht wenn irgendjemand darüber schreibt.  Es muss der oder die Richtige darüber berichten – in dem Richtigen Medium, damit der Rest bereit ist wahrzunehmen was eigentlich sowieso schon alles wissen.
Aber es ist ja doch noch mal beruhigend wenn man es von der richtigen Seite bestätigt bekommt. Über den Erkenntniswert des Vorangegangen schweigt man dann am Besten?

Wer wirklich glaubt es käme noch auf den Inhalt und nicht die Verpackung an:

Wallraff!

Für die Erkenntnis, daß Menschen mit Permanent-Make-Up Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche haben, hätte es nun wirklich keinen ganzen Film gebraucht – und obendrein: Wie nennt man einen Weißen, der Jahrhunderte von Zeugnissen vom Rassismus Betroffener, ja ganze Musikrichtungen für unbedeutend hält, weil er zu glauben scheint, daß die Erfahrung der Ablehnung erst eine wahrhaftige ist, wenn ein Weißer sie stellvertretend macht? Am Ende einen – Rassisten?
Grüße nach ganz ganz unten:

aus der aktuellen Titanic Rubrik Briefe an Leser

(und danke an den Sohn, das Heft is im übrigen hier im Flur liegen geblieben)

Verfasst von: Mara | Dezember 15, 2009

Trennung?

Wie war das mit der Trennung von Inhalten und Werbung?

http://www.tagesanzeiger.ch/sales/promotionen/Wie-ein-modriger-Keller-trocken-wurde/story/16621847

und am Schluss kriegt man noch, welch Leserservice, die Telefonnummer für eine „Kurz-Analyse“ geliefert und die Homepage dieser tollen Firma.

Ach ja, ganz oben findet man ja das Wort Promotion – wenn man das irgendwohin schreibt und sonst den Eindruck eines normalen Artikels vermittelt ist natürlich alles erlaubt. Für wie blöd halten die eigentlich ihre LeserInnen?

Was will man mehr, Inhalt für den man nicht bezahlen muss und es füllt die Seiten so schön seriös.

Verfasst von: Mara | Dezember 11, 2009

Anders schreiben?

Vor der Minarettinitiative hatte ich keine Probleme damit gerade auch negativ über bestimmte Seite mancher arabischen Bräuche zu schreiben. Seit zwei Wochen ist das wieder schwieriger.

Nicht weil die Situation der Frauen besser geworden ist – sondern weil eine andere Stimmung herrscht.

Hatte man früher Mühe überhaupt jemanden dafür zu interessieren, wenn es für Frauen in Agypthen eine Frage von Jahren war sich scheiden zu lassen, so  kriegt man Applaus von Leuten  denen man sonst eher nicht so gerne begegnet. Seit wann interessieren sich die Rechten für die Frauen im Maghreb?

Jede Artikel im Bereich arabischer Kultur, islamischer Religion wird abgeklopft auf ein JA oder NEIN. Es wird nur noch nach Stellen gesucht die die eigene Position zu bestärken. Zweifel kommen praktisch nicht auf. Oder diese Zweifel sind im Hinterkopf so gross, dass mit lauten Worten gegen sie angeschrieben wird? Falls jemand wagt Zweifel am  Weltbild zu äussern (vielleicht ist lernen auch mal angesagt?), wird man in die Ecke der Nichtverstehenwoller abgeschoben.

Man kann akzeptieren dass jemand Angst hat, auch wenn man sie nicht teilt. Aber gerade wenn man sie nicht teilt, kann man sie wohl kaum verstehen. Angst ist etwas irrationales – und eingehen kann man nur auf die Argumente – und wenn stetig nur die Wiederholung derselben daherkommen, kann man immer noch die Angst akzeptieren – aber diese Angst wird dann zu einer sehr persönlichen Angst derjenigen die Verstehen einfordern. Darüber lässt sich nicht mehr diskutieren. Man kann es sich höchsten noch anhören und Fragen stellen. Aber der öffentliche Raum ist dafür auch sicherlich der Falsche.

Ich weiss nicht, ob überhaupt jemand Anderes ein Weltbild verstehen kann, dass mit Angst begründet wird. Akzeptieren und Achten, und sicherlich auch  noch verstehen, dass der Andere aufgrund der gemachten Erfahrungen genau dieses Weltbild hat. Vermitteln lässt es sich aber über dieses persönliches Verständnis hinaus nicht – den dazu fehlen gerade die persönlichen Erfahrung und/oder der eigenen persönliche Umgang damit .

Übrig bleiben im politischen Diskurs Argumente und fundiertes differenziertes Wissen/Zerteilen von Problemfelder – ja, wenn man wirklich der Ansicht ist, Emotionalisierung und Bauchentscheidungen tun einer Gesellschaft nicht gut.

Verfasst von: Mara | Dezember 10, 2009

Tag der Menschenrechte

Aus aktuellem Anlass

Art. 9 (2)

Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekennen, darf nur Einschränkungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind für die öffentliche Sicherheit, zum Schutz der öffentlichen Ordnung, Gesundheit oder Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.

Art. 14

Der Genuss der in dieser Konvention anerkannten Rechte und Freiheiten ist ohne Diskriminierung insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt oder eines sonstigen Status zu gewährleisten.

(ERMK)

Der Zweck hat noch nie die Mittel geheiligt.

Verfasst von: Mara | Dezember 7, 2009

Natürlich gehts auch woanders weiter…

Muss man garnicht mehr ergänzen..

http://blog.4st.ch/?p=3436

(Schweizer Narr)
Verfasst von: Mara | Dezember 2, 2009

Wies weitergeht..

Jetzt kommen sie also aus den Schubladen, die neuen Vorschläge was noch alles verboten werden soll:

-          Beschneidung der Mädchen (glaubt eigentlich irgendjemand im Ernst das das in der Schweiz erlaubt ist?? Und wenn man schon dabei ist, vielleicht auch die der Jungs?)

-          Burkas (klar, es laufen ja tausende hier damit rum – das Verbot ist überfällig)

-          Kopftuch (und anschliessend wird die Polizeit damit beauftragt den Frauen die Dinger auf der Strasse vom Kopf zu reissen?? – was die Iraner können wir mit umgekehrten Vorzeichen schon lange)

-          Jüdische und muslimische Friedhofe (selbstverständlich und die alten werden aufgelassen…wird nur endgültig jeglichen Religionsfrieden zerstören)

-          Zwangsheiraten ( wie in Dänemark?  Ausländer unter 24 dürfen nicht heiraten? Und was macht man mit allen die einen dänischen Pass haben aber selbstverständlich trotzdem nach 3 Generationen dank ihrer dunklen Haut immer noch als Ausländer gelten?)

-          Scharia verbieten (wo bitte gilt heute in der Schweiz die Scharia?)

Naja und im gleichen Zug kann man ja auch das Ausländer- und die ganze Migrationspolitik umkrempeln (den Muslime sind ja alle per definition sowieso alles Nichtschweizer?)

Ach ja, aber die Steuerpflicht bleibt natürlich gleich (vielleicht erhöht man sie für Ausländer noch ein wenig, sind hohe Steuerlasten doch eh schon gewohnt?)

Und bitte niemand der für Ja gestimmt hat, soll jetzt sagen, dass sie das natürlich nicht gewollt haben – es war bereits vorher mehr als absehbar.

Verfasst von: Mara | November 29, 2009

Schade

Ich schäme mich für das Abstimmungsergebnis – insbesondere hinsichtlich der Höhe. So kann man Religionsfrieden begraben – so kann man Diskrimierungsverbote begraben -  und so läutet man das Ende der Rechtsstaatlichkeit ein.  Ich hoffte doch sehr lange und vertraute auch sehr lange der langen Erfahrung der Schweizer mit der direkten Demokratie und ihrer Fähgikeit rationale Entscheidungen zu treffen … und vielleicht irre ich mich auch für die Zukunft. Aber dieses Ergebnis macht mir für alle Minderheiten Angst….
Ganz davon abgesehen, dass die Schweiz hiermit ihre internationale Glaubwürdigkeit in den Fragen den Menschrechte verspielt…

Aber wie ein Initiator stolz verlautbaren liess, „man musste dem Rest der Welt doch mal zeigen, dass man eine souveräne Nation ist…“.  Toll jetzt hat es die Schweiz aber dem Rest der Welt gezeigt – und wie.

 

Nachtrag: wie immer ein kluger Kommentar von Sadaqat Ahmed: Der Imam der Mahmud Moschee in Zürich zur Wahl (Diese Mosche gehört zu einer islamischen Bewegung, die in den meisten arabischen Staaten wegen ihrer weltoffenheit verfolgt wird, islamistenvorwurf zieht hier also nicht..)

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Nein-die-Muslime-in-der-Schweiz-haben-zu-wenig-getan/story/15711334

Verfasst von: Mara | November 15, 2009

Minarett II

Ich hab’s ja eigentlich gerne wenn jemand historisch argumentiert. – dann wenn man einen Ist-Zustand erklären möchte.

Für Visionen und Vorstellungen wie sich ein Staat jedoch entwickeln soll können sie nur erklären.

Wie man mit neuen Problemen umgehen soll kann man Vergleiche ziehen – aber letztendlich fehlen in jedem historischen Vergleich zu heute mannigfaltige Aspekte. Auch ein katholischer Staat wie Frankreich kann laizistisch werden. Auch ein religiös intoleranter spanischer Staat  lässt irgendwann wieder Juden und Muslime rein. Was einmal war, muss noch lange nicht dauerhaft bestehen.

Wir hätten bei Beibehaltung eines Status Quo weder Religionsfreiheit, Frauenwahlrecht, Armenwahlrecht, Menschenrechte, Rechtsstandarts etc.

Das geflügelte Wort von Schmidt, wer Visionen hat soll zum Psychiater – zeigt für mich eine Verarmung, Ideenlosigkeit und letztlich eine große Angst vor Neuem/Anderem.

Nein ich bin keineswegs damit zufrieden wie es ist, warum auch sollte ich. Es gibt in der Politik  immer neue Herausforderungen, Veränderungen denen man sich stellen muss – bewährte Mittel helfen manchmal, aber sind nicht immer langfristig die bessere Lösung für Neues, sondern lediglich ein probates Schlafmittel um für den Moment sich Ruhe zu erkaufen.

Wenn die Minarettinitiative angenommen wird – hat man wieder ein altes Mittel eingeführt – lösen tut es nichts. Es gibt verfassungsmässig garantiert unterschiedliche Religionsausübungsrechte – eine religiöse Zwei-Klassen Gesellschaft. Etwas was man meinte in der Moderne  längst überwunden zu haben glaubt. Und führt etwas ein, wofür man die Muslimen ablehnt.

Verfasst von: Mara | November 3, 2009

Wahlvolk

Ein Staatsverständnis als etwas Festes zu bezeichnen – ist wohl der Traum aller derjenigen die den Status Quo als befriedigend empfinden. Aber Veränderungen in diesem Bereich sind auch eher im Bereich von Generationenfolgen als Legislaturperioden anzusiedeln..

Der Knackpunkt bleibt dabei stets die Frage – wer ist das „wir“, dass den eigenen Staatsbegriff definieren darf.

Hatte man vor 100 Jahren noch kein Problem das wir auf die männliche Bevölkerung, womöglich noch eines gewissen Standes, zu beschränken – so gerät praktisch jedes Land heut in Rechtvertigungszwang wenn weiterhin Frauen ausgeschlossen werden. – und die Legitimation für demokratische Entscheidungen im Nahraum geraten unter Druck sobald ein bedeutender Prozentsatz von „anderen“ nicht an Entscheidungen teilnehmen kann. Empört es die europäische Seele doch wenn in arabischen Staaten bis zu 95 % der Einwohner aufgrund anderer Staatsangehörigkeiten nicht wahlberechtigt sind.

Logische Folge der gewünschten Freizügigkeit innerhalb der EU-Staaten war somit auch ein unbeschränktes Wahlrecht von EU-Bürgern in ihren Wahlheimaten auf lokaler Ebene. Dies ist sicherlich Kind des Gedankens, das man als politischer Mensch sich dafür interessiert, was unmittelbar um einen geschieht – und man sich auf anderer politischer Ebene (Land) in erster Linie mit dem Herkunftsstaat identifiziert. Ob das jetzt immer so stimmt mag ich mal dahingestellt lassen. Sicherlich braucht man einfach viel mehr Zeit sich in einem neuen Land auf Landesebene einzustellen, – ob und welche Gebäude einem die Sicht auf den Wald gegenüber nehmen sollen, dazu fällt es doch sehr schnell und unmittelbar leicht eine Meinung zu haben.

Wenn man noch hinzunimmt dass im Diskurs die Möglichkeit am politischen Diskurs ein Menschenrecht darstellt. – muss man sich nur noch Fragen welche Rechtfertigung das exclusive „Wir“ noch hat.

PS: für eine Vorstellung in Zahlen

http://www.auslaenderstimmrecht-bs.ch/de/betrifft/index.php

Verfasst von: Mara | Oktober 25, 2009

Integration die Zweite

Bein Eintreten in einen neuen Raum, verlässt man auch immer den alten Raum. Die Schritte in eine neue Welt, bedeuten auch immer ein Entfernen von dem bisher wohl vertrauten. Egal wie sehr man dem alten Nachtrauern mag – bevor man das Alte mit dem Neuen ersetzten kann ensteht eine Lücke.

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