Soll man über sowas wirklich noch schreiben?
http://onlinereports.ch/News.109+M5bd174eaee5.0.html
Neu iss es nun wahrlich nicht mehr. Und ein Spezifika des Internets schon gar nicht. Fragen sie doch mal einen von den tausend Mobbingopfer im letzten Jahr, die teilweise noch nicht mal Internetzugang haben.
Vielleicht ist ja neu, dass es nun andere Personen trifft. Anonyme Briefe an den Bürgermeister sind ja schon der Klassiker, dann traf es ja im Zweifel öfters mal die Ex-Freundin/ Ex-Frau, bzw. die Nachbarin, der man sich nicht zu offenbaren traute. Die Liste ist lang. Aber eins scheint mir doch sehr symptomatisch, entweder es sind dezidiert in der Öffentlichkeit agierende Personen – oder Personen denen man nicht zutraut sich zu wehren, bzw. von denen man weiss, dass es ihnen an die Nieren geht. Manche denken sich, was für ein Quatsch und werfen das Zettelchen weg, andere können danach nicht mehr schlafen. Zumindest Stalker scheinen ein Gespür dafür zu haben, bei wem sich der „Aufwand lohnt“.
Na und dann ist Stefan Raab ja ein weiterer Klassiker des absichtlich lächerlich Machens anderer Leute. Aber er und der Sender treten wenigstens mit ihrem Bankkonto dafür ein, falls es sogar dem Opfer zu bunt werden sollte – wenn auch nichts mehr Rückgängig gemacht werden kann. Mit dem dummen Nebeneffekt, dass über die Medien anschliessend die Sache so weit ausgetreten wird, dass auch wirklich niemand die Chance hat irgendwas zu vergessen. Eine Witzfigur für die Öffentlichkeit bleibt man ein Leben lang. In keinem Bereich scheint das Gedächtnis besser zu funktionieren.
Also „trifft“ es jetzt im Internet auch Halbpromis. Eine Durchmischung von Persönlichem und Sachlichem in einer öffentlichen Diskussion ist nie schön. Wenn es einseitig beleidigend ist, wird die Sache schmutzig. Aber ist das wirklich eine neue Dimension? Ich zweifle daran, solange mir nicht anderes bewiesen wurde.
Aber das Problem tritt doch erst dann in den Raum, wenn man Informationen aus dem Internet ungefragt der Quelle übernimmt. Jedes Kind mit ein wenig Erfahrung weiss, dass man allein mit Informationen aus dem Internet kein Referat schreiben sollte, insbesondere nicht, wenn die AutorIN nicht erkennbar ist. – Und wer eine Seite wie „W..“ ernst nimmt, nimmt auch Bild ernst.
Kritisches Denken ist etwas was man ins Internet mitbringt, hoffentlich geschult und trainiert. Rüpelhaftes Verhalten mit offenen und verdeckten Aggressionen kann man auch nicht auf das tummeln im Internet beschränken. Wer gerne auf irgendwelchen Seiten rumraunzt, wird kaum die ältere Witwe am Stock von nebenan stets freundlich begrüssen. Und wer mit Distanz zum Thema im Internet diskutiert, wird das kaum davon abhängig machen, ob sie/er das mit dem eigenen realen Namen, dem Namen der Nachbarin oder einem Phantasienamen macht.
Man muss ja nicht jeden Kommentar auf seiner Seite zulassen. Aber wenn man eine Kommentarfunktion haben möchte, kann man sich im Vorfeld klar sein, welches Publikum man mit seinem Angebot anspricht, – und welche Emotionen man auslöst. Wer ein kritisches offenes Bild abgibt, darf sich nicht wundern wenn auch Kritiker erscheinen, und wer sich über das Privatleben von sonstwem ergiesst, kann sich wohl kaum wundern, wenn anschliessend süffisant über das Privatleben auch von anderen gelästert wird.
Na und die anderen Irren, mit ihren Briefen, Anrufen und eben heute auch Mails und Kommentaren? – Manchmal hilft es sich in Erinnerung zu rufen, dass sie nicht einen selbst, sondern nur die eigenen Schwächen treffen wollen.
[...] 24. November 2008: Ich kann den Hinweis auf diesen klugen Kommentar nicht unerwähnt lassen. Ein Blog dem ich die Sprunghaftigkeit im Titel allerdings weitgehend [...]
Von: Gutes tun im Advent « Journalistenschredder… am November 24, 2008
um 11:40
[...] in Nicht kategorisiert by ugugu am Dezember 16th, 2008 In Runde 1. gab es Haue von Mara, Metablog und logischerweise Infamy. In Runde 2. von bazonline-Chef Messmer. Mehr fällt mir dazu [...]
Von: Onlinereports « Journalistenschredder… am Dezember 16, 2008
um 2:46