Verfasst von: Mara | Januar 9, 2011

Cowboy und Indianer und das Einschalten des Kopfes

Beim dem Wort „Waffe“ scheint ja automatisch ein kleiner Emotionsschub, inklusive der Ausschüttung gewisser Hormone unausweichlich zu sein.
Die  Erinnerung  an die Cowboyspiele der Kindheit und dem Geruch von Schweiss und Freiheit. Versprach doch die Schwere an der rechten Seite Unbesiegbarkeit und alle Möglichkeiten der Freiheit. Kein Feind, und sei er auch noch so bürgerlich, konnte es mit einem Aufnehmen – den man besass schliesslich eine dieser Wunderwaffen.

Das Ganze kann man noch Ergänzen durch die Phantasien der 16-jährigen die in einer bewaffneten Revolution den Weltfrieden herbeiführen, Dikatoten stürzen und ganze Völker von ihrer Last befreien.
Und selbstverständlich noch der Mythos der unbezwingbaren Schweiz, die ausgerüstet bis unters Bett sofort bereit ist den väterlichen Grund und das eigene Wahlsystem zu verteidigen.

 

-         Wie viel länger dauert die Mobilmachung, wenn die Waffen nicht mehr im Putzschrank aufbewahrt werden? .. Und wie viel Zeit vorher sind normalerweise Bedrohungssituationen erkennbar?

-         Wird die Schweiz mit diesen Dingern im Ernstfall hauptsächlich verteidigt? Wenn ja, dann scheint man ja bereits im Voraus eigentlich nur mit einem Partisanenstrategie zu liebäugeln. Die Familien scheint man damit, wie schon früher, mal kurz aufzugeben.

-         Kurz gefragt, wird durch diese Entscheidung in irgendeiner Weise die Verteidigungsbereitschaft realistisch beeinträchtig?

aber

-         Mit Waffen tötet man in der Distanz – was die Hemmschwelle zur Tötung herabsetzt.

-         Wieviele erweiterte Suizide und sonstige Tötungen wären verhindert worden, wenn Mann (grösstenteils sind es nun mal Männer) nicht einfach an das Tatmmittel herangekommen wären.

-         Mit einer Waffe tötet man schnell.

-         Wieviel Selbstmorde hätte man verhindern können, weil sich die TäterIn nicht versprechen konnte schnell zu sterben?

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Antworten

  1. Waffenverbote für Bürger werden in Diktaturen verhängt.

    Waffenverbote werden nicht zur Eindämmung von Gewaltkriminalität verhängt, sondern weil der Staat Angst vor den eigenen Bürgern hat.

    Kriminelle, welche eine Waffe brauchen, besorgen sich eine solche, illegal. Illegaler Waffenhandel blüht besonders in Ländern mit strikten Waffengesetzen, weil vor allem dort dieser lukrativ ist. Ebenso bewaffnete Kriminalität, weil diese keine Gegenwehr der Opfer befürchten muss

    Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts sind verantwortlich für wieviel Opfer? – Nazideutschland, Sowjetunion, Kambodscha (Rote Khmer), Nordkorea, DDR, China etc. etc., um nur einige zu nennen, dürften zusammen mindestens 150 Millionen Menschen ausmachen, welche unter grössten Qualen und schlimmsten Bedingungen ums Leben kamen.

    Wären die betroffenen Bürger bewaffnet gewesen, wäre es nie so weit gekommen.

    Leute wie Sie, Mara, welche dem Volk falsche Sicherheit durch eine Entwaffnung der Bürger vorgaukelt und ihnen dadurch die Möglichkeit nehmen, sich gegen Unrecht zur Wehr setzen zu können, gehören auch zu den Tätern.

    Selbstmörder wird es immer geben, daran sind nicht die Waffen Schuld. Auch werden Leute, welche sich umbringen möchten, immer einen Weg dazu finden. Da würde es auch nichts nützen, wenn wir Brücken, Züge, Schnürsenkel usw. verbieten würden.

    Mit einem Waffenverbot trifft es nur jene, welche sich ans bestehende Gesetz halten. Wie bereits erwähnt gelangen Kriminelle sowieso an eine Waffe, je restriktiver das Gesetz, desto einfacher.

    Was wollen Sie also, Mara? Eine falsche Ideologie auf dem Buckel anderer verwirklichen? Sich für eine (künftige) Staatsform instrumentalisieren lassen, welche jeden einzelnen unterdrückt? Hören Sie auf zu träumen und verzichten Sie, Floskeln nachzureden, welche mit der Manipulation vertraute Leute Ihnen in den Mund legen.

    Und vergessen Sie nicht: Eines Tages habe ich über ein Verbot abzustimmen, welches auch Sie treffen könnte.

    • Ihr Kommentar umfasst meiner Ansicht nach all das, was problematisch an der politischen Diskussionskultur im Internet ist. Er ist polemisch, auf den Mann spielend (oder hier auf die Frau), hebt in erster Linie die persönliche Befindlichkeit hervor und argumentiert rein subjektiv ohne für die eigenen Argumente stichhaltige Nachweise zu bringen.

      Würden Sie mir am Stammtisch auch auf den Kopf zuwerfen ich würde Diktaturen begünstigen und im Zweifelsfall schuld sein an einem Regime a la Kambodscha? Wohl kaum, da funktioniert zumindest meist noch so etwas wie eine schamhafte Grenze des Persönlichen.

      Nichtsdestotrotz jetzt isser also da, ihr Kommentar zur Stimmungsmache für die SVP. Letztes Jahr hat man Israel vorgeworfen Bloggerkommentatoren in die Weite des WWW zu schicken um pro israelische Propaganda zu betreiben. Man hat offensichtlich davon gelernt.

      „Waffenverbote für Bürger werden in Diktaturen verhängt.“

      Und von zivilen Gesellschaften die nicht die militärische Notwendingkeit hat seine BürgerInnen zu bewaffnen.

      „Waffenverbote werden nicht zur Eindämmung von Gewaltkriminalität verhängt, sondern weil der Staat Angst vor den eigenen Bürgern hat.“

      Wer sagt das denn? (Ich mein jetzt ausser Sie). Wenn man sich die gesellschaftliche Entwicklung ansieht ist das eher die Entwicklung einer normalen zivilen Gesellschaft. Und Ruanda hat gezeigt, dass man auch Völkermorde ganz ohne Schusswaffen begehen kann. Es geht also nicht um das „Volk“ als Ganzes, sonder um eine grundsätzliche zivile Einstellung.

      „Kriminelle, welche eine Waffe brauchen, besorgen sich eine solche, illegal. Illegaler Waffenhandel blüht besonders in Ländern mit strikten Waffengesetzen, weil vor allem dort dieser lukrativ ist. Ebenso bewaffnete Kriminalität, weil diese keine Gegenwehr der Opfer befürchten muss“

      Schon mal einen Einbrecher mit dem Gewehr bedroht? Die Reaktionszeiten sind viel zu kurz und ich glaube nicht, dass eine Stimmung wie in den USA erwünscht ist, in dem Einbrecher und solche die für solche gehalten werden einfach abgeknallt werden sollten. ES gibt noch eine Frage der Verhältnissmässigkeit. – Und inwieweit echte Gewaltverbrechen durch das Gewehr im Putzschranke verhindert – oder im Fall von häuslicher Gewalt bedingt sind, dazu würde ich gerne lieber eine Untersuchung sehen als hier vorschnell irgendwelche Behauptungen in den Raum stellen.

      „Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts sind verantwortlich für wieviel Opfer? – Nazideutschland, Sowjetunion, Kambodscha (Rote Khmer), Nordkorea, DDR, China etc. etc., um nur einige zu nennen, dürften zusammen mindestens 150 Millionen Menschen ausmachen, welche unter grössten Qualen und schlimmsten Bedingungen ums Leben kamen.

      Wären die betroffenen Bürger bewaffnet gewesen, wäre es nie so weit gekommen.“

      Diese Aussage kriegt den Preis der gewagtesten und breitesten Aussage des Tages. Dikatuturen lassen sich mit Waffengewalt der Bürger verhindern? Also würden sich die Armee plus die bewaffneten Bürger gegen diejenigen Stellen die gegen dieses Regime ist – wenn dann führt das zuerst mal zu einem Bürgerkrieg, der wie wir alle wissen auch Jahrzehnte dauern kann. Diktaturen lassen sich durch demokratisches Bewusstsein verhindern, durch Widerstand, gerade auch durch Bildung, durch alles mögliche – aber wohl nur bedingt durch eine Partisanenkultur. Es gibt bessere, zivilere Möglichkeiten eine lebenswerte gewaltfreie Gesellschaft zu erhalten und aufzubauen.
      Denn wer beschützt uns dann vor den Bürgern mit der Waffe, die eine Diktatur möchten?

      „Leute wie Sie, Mara, welche dem Volk falsche Sicherheit durch eine Entwaffnung der Bürger vorgaukelt und ihnen dadurch die Möglichkeit nehmen, sich gegen Unrecht zur Wehr setzen zu können, gehören auch zu den Tätern.“

      Aha, sozusagen Gesinnungstäterin. Wenn ich mich ihrer Argumentation anschliessen würde, was ich nicht tue, sind sie also dann auch Schuld an jeder einzelnen Frau und jedem Kind, dass mit einer Armeewaffe getötet wird? Ich hoffe, sie sehen irgendwann selber die Absurdität ihrer Argumentation ein.

      „Selbstmörder wird es immer geben, daran sind nicht die Waffen Schuld. Auch werden Leute, welche sich umbringen möchten, immer einen Weg dazu finden. Da würde es auch nichts nützen, wenn wir Brücken, Züge, Schnürsenkel usw. verbieten würden.“

      Ja, wenn es sich um einen geplanten Selbstmord handel. Die meisten Selbstmorde sind jedoch Affektaten – die meisten versuchten Selbstmorde werden im nachhinein bereut. Das ist es doch sehr viel besser, dass sich jemand versucht von der Brücke ins Wasser zu schmeissen – und man hat noch die Möglichkeit ihn zu retten – als dass sich jemand ne Kugel ins Hirn schiesst – eine Option die keine Rettungsmöglichkeit verspricht. Es geht um die Verhinderung von Affektselbstmorden bzw. erweiterten Selbstmorden.

      „Mit einem Waffenverbot trifft es nur jene, welche sich ans bestehende Gesetz halten. Wie bereits erwähnt gelangen Kriminelle sowieso an eine Waffe, je restriktiver das Gesetz, desto einfacher.“

      Jep, aber Selbstmorde und häusliche Gewalt etc wird nicht nur von ihren notorischen Kriminellen verübt, sondern von ansonsten unbescholtenen Bürgern von nebenan.

      „Was wollen Sie also, Mara? Eine falsche Ideologie auf dem Buckel anderer verwirklichen? Sich für eine (künftige) Staatsform instrumentalisieren lassen, welche jeden einzelnen unterdrückt? Hören Sie auf zu träumen und verzichten Sie, Floskeln nachzureden, welche mit der Manipulation vertraute Leute Ihnen in den Mund legen. „

      Ich denke, sie sind sich sehr bewusst (oder das hoffe ich zumindest für Sie) was sie hier für eine gefährliche Art und Weise der Meinungsmache betreiben. Man mag fast meinen wir leben in unterschiedlichen Staaten. Man möchte fast glauben Sie hätten ihre Sätze eins-zu-eins von einem ehemaligen Kommunistischen Staat a la DDR abgeschrieben. Wenn einem die Argumente ausgehen greift man doch immer gerne wieder auf die alten Mechanismen zurück um in erster Linie den Anderen unlautere Motive zu unterstellen. Ich hoffe, dass von Ihrer Art nur wenige Menschen wirklich so denken. Denn dann würde ich wirklich Angst bekommen von Menschen wie Ihnen auf breiter Basis überstimmt zu werden. Mit diesen hochemotionalen Argumente die empirisch jeglicher Grundlage entbehren lassen sich wahrlich Diktaturen errichten.

      „Und vergessen Sie nicht: Eines Tages habe ich über ein Verbot abzustimmen, welches auch Sie treffen könnte.“

      Dieses Verbot betrifft auch mich – so wie alle Abstimmenungen alle BürgerInnen des Landes betreffen. Ich bin doch sehr erstaunt über den letzten Satz. Insbesondere weil es genau das aufzeigt um was es hier wirklich geht – sie wollen weder Diktaturen stürzen noch Einbrecher jagen – sondern schlicht und einfach ihre Waffe behalten, aus welchen Gründen auch immer….


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